27
Nov

Ordnungssysteme und Kraftfelder

ARIANE KOCH

Von
Dr. Sabine Weicherding

Ariane Kochs Arbeiten erzählen in abstrakter Weise von rätselhaften Ordnungssystemen und Kraftfeldern.
Kennzeichnend für die Werke sind ihr Blick und die radikale Offenheit gegenüber Materialien und den ihnen innewohnenden, verborgenen Fähigkeiten.
Je nach Materialwahl tendiert der Werkstatus mehr zum collagierten Bildkörper, mal zum tiefenräumlichen Kunstkörper.
Schläuche, Gummibänder, Clips, Kronkorken, Tapes und Hölzer und vieles mehr verschmelzen mit Harzen und Lacken.

Die Fundstücke des Alltags gehen bei Ariane Koch in einen neuen Kontext über in dem sie eine neue Bedeutung erhalten. Ihre Anordnung folgt spielerischen Kommunikationsregeln, die nur die Künstlerin zu entschlüsseln vermag. So entstehen Arbeiten, die eine eigentümliche Belebtheit und Natürlichkeit besitzen.

Ariane Koch, Kunst

So formieren sich Fliesenkreuze zu Oberflächen von geheimnisvoller Struktur oder Infusionsschläuche, in kleinen Abschnitten aus hellem Grund hervorspriessend, erzeugen eine sanft bewegte Oberfläche. Sie neigen sich wie durch einen vergangenen Windhauch in alle Richtungen, von einer zarten Farbigkeit überzogen, die von einer inneren Kraft zu künden scheint.
Schichten farbiger Tapes auf einer gemalten oder collagierten Fläche formieren sich zu komplexen geometrischen Strukturen, die durch ihre glänzend lackierten Oberflächen zu homogenen Gebilden verschmelzen. Es ist ein abstraktes Spiel um Flächenaufteilung, Proportionen, Schnitt- und Berührungspunkte.

Ariane Koch, Kunst

Häufig aber treiben auch ei- und  kreisförmige organische Formen als Synonyme für den Träger alles genetischen Potentials in den Farbflächen und scheinen Einblicke in  mikroskopische Welten, ozeanische Weiten oder rätselhafte Ausblicke in das Universum zu geben.
Die Arbeiten spiegeln Ariane Kochs Suche nach den alles verbindenden Kräften und Ordnungsmustern.
Ihre  Bilder und Objekte lenken den Blick hinter die Fassade der sichtbaren Wirklichkeit.

Dr. Sabine Weicherding